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viel zu gering und deiner viel zu unwürdig. Deshalb rufe ich alle Engel und Heiligen, alle Geschöpfe des Himmels und der Erde an und bitte sie, sie mögen mit mir und für mich dir Dank sagen, lieber Gott für deine unendliche Güte, die du mir erwiesen hast, da du dich gewürdigt haft zu mir zu kommen.
2. Anbetung. Ich bete dich demüthig an und grüße dich als meinen Herrn und Gott. Wie kommt es, daß du, mein Herr, zu mir kommst? Wer bist du, o Herr! und wer bin ich? Du bist der Schöpfer des Himmels und der Erde, und ich bin das Werk deiner Hände; du bist der große unermeßliche Gott, und ich bin ein Staub, ein Wurm, der sich gegen dich empört hat; du bist der Heilige der Heiligen, vor dem die Engel zitternd stehen, und ich bin ein Sünder; du bist derjenige, der aus Liebe zu uns all' sein Blut vergossen, und ich habe es mit Füßen getreten; du hast in deiner unendlichen Liebe sogar noch ein Mittel gefunden, auch nach deinem Tode lebendig unter uns zu sein, und ich habe dich mit meinen Lippen berührt, dich in mein Herz aufgenommen und ich war dabei so kalt, so gleichgiltig. Du hast an deinen Engeln im Himmel eine Makel gefunden und sie wegen dieser einen auf ewig verworfen und in die Hölle verstoßen, und ich habe nicht einmal, sondern hundertmal dich beleidigt. Ach Gott! wie wird es mir ergehen, da du zum Gericht kommst! Die Engel hast du nicht gespeist mit deinem Fleisch und Blut, aber mich.
3. Aufopferung. Wenn ich daran denke, daß ich das Alles verantworten muß, dann fürchte ich. Doch fürchte ich nicht deine Gerechtigkeit, denn die straft ja nur, wo etwas strafbares ist, sondern ich fürchte mich selbst, d. h. meinen Leichtsinn und meine Unbeständigkeit, die mich immer dahin bringen, dich zu beleidigen. So oft ich mir auch vornehme, nicht mehr zu sündigen, so oft habe ich wieder vergessen, mein Wort zu halten. Werde ich es wieder so machen? Damit es aber nicht mehr geschehe, will ich alles, was ich bin und habe, dir aufopfern. 6*


