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Gebet- und Liederbuch für die katholische Jugend / hrsg. von Adam Latschka, Cooperator an der Votivkirche in Wien
Entstehung
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Augen aufmache, muß ich nicht da schon erkennen, daß nur Gottes Vaterliebe mich, sein undank­bares Kind, lebendig und gesund erhalten hat? Und sehe ich den ganzen Tag etwas anderes als die Wunder der Güte Gottes? Barmherziger Gott und ich habe dich beleidigen können. Du haft mir in deinen Geboten befohlen, was mir gut und heilsam ist und verboten, was mich un­glücklich machen muß. Wie konnte ich nur deine Absicht mißkennen? Wenn ich erst meinen Heiland am Kreuze sehe! Jesus, mein Herr! Wer hat dir das gethan? Wer hat dich mit Nägeln durch Hände und Füße an's Kreuz geschlagen? Wer hat deinen heiligen Leib so zerschlagen und ihn blutig zerrissen? Wer deine heilige Seite durch­stochen und auf dein Haupt die Dornenkrone ge­drückt? Wer? Ich! mit meinen Sünden. O Gott! kannst du mir nach solcher Schmach noch ver­zeihen? Herr! ich bitte dich, stoß mich armen Sünder nicht zurück. Siehe, ich will ja nicht den Ruhm des heiligen Petrus, noch die Gnaden vom heiligen Paulus, nur die gib mir, welche du dem Schächer am Kreuz nicht versagt hast. Ja Herr! wie dieser seine Strafe als gerecht angesehen, so sage auch ich, daß es ganz gerecht wäre, wenn du mich hundertmal sterben ließest. Nur strafe mich nicht mit der Strafe, die ich verdiene, auf ewig von dir getrennt zu sein. Höre, mein Vater! was ich jetzt sage: Ich will ja meine Sünden nicht, ich verabscheue sie;