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mein Herz mit dem Schmerze einer wahren Reue und mit heiliger Furcht. Verleihe mir die Gnade, mich so abzutödten, daß ich würdig werde, von Dir mit der Krone der Glorie im Himmel gekrönt zu werden.
11. Der Priester wäscht seine Hände. Betrachte, wie Pilatus seine Hände wäscht und Christum für unschuldig erklärt.
Ja, mein Jesu, Du bist unschuldig. Du leidest freiwillig aus Liebe zu mir. Ich bin der Schuldige. Ich habe gesündigt und die Peinen und Schmerzen verdient, die Du ausgestanden. Laß die Verdienste Deines unschuldigen Leidens mir zu Theil werden. Wasche mich mehr und mehr von meinen Sünden und reinige mich von meiner Bosheit, weil nichts Unreines in den Himmel eingehen kann.
12. Der Priester spricht: ,, Orate fratres!" Betrachte, wie Christus, mit Blut und Wunden bedeckt, mit der Dornenkrone auf dem Haupte, mit dem Spottmantel angethan, mit dem Spottscepter in der Hand, mit Speichel besudelt, dem Volke zum Mitleid vorgestellt wird mit den Worten: ,, Ecce homo!" und wie das Volk schreit:„ An's Kreuz mit ihm!"
Ach, Jesu, ich bin es, der Dich durch meine Hoffart und Sünden so elend zugerichtet hat. Sieh', himmlischer Vater, sein mit Dornen gefröntes Haupt, sein durch Speichel und Backenstreiche verunstaltetes Angesicht an, sieh' an seinen ganz verwundeten und zerfleischten Leib. Sieh', Alles hat er für mich gelitten. Erbarme Dich meiner und verzeihe mir die Sünden der Hoffart.


