Druckschrift 
Fasten- und Osterbüchlein, das ist: 53 Betrachtungen über das bittere Leiden und Sterben, die Auferstehung und Himmelfahrt unsers Herrn Jesu Christi für die Fasten- und Osterzeit : nebst Meß- und Abendgebeten Litanei für die Fasten- und Osterzeit [...] / von einem katholischen Pfarrer J. E.
(Herausgeber der Maiandacht)
Entstehung
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theil, für eine falsche Ehre, für eine augenblick­liche Wollust hingeben?

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Obschon Jesus in seinem Leben uns ein Bei­spiel aller Tugenden gegeben hat, so strahlen diese bei seinem Leiden im höchsten Glanze: sein Ge­horsam bis zum Tode des Kreuzes, seine De­muth, Geduld, Ergebung, sein Vertrauen, seine Liebe zu Gott und den Menschen. Darum nennt der heilige Augustinus das Kreuz Christi eine Kanzel, von welcher herab er uns Unterricht gibt in allen Tugenden. Willst du also tugendhaft werden, so betrachte stets das Leiden Christi. Was anders hat das Herz des begnadigten Schächers und des Hauptmanns unter dem Kreuze umgewandelt, als eben der Anblick des leidenden Heilandes? Was hat den unzähligen heiligen Martyrern Kraft und Standhaftigkeit gegeben, daß sie die größten Martern und den qualvollsten Tod geduldig, ja, mit Freude er­trugen? Das war der Hinblick auf Jesus, den Gefreuzigten. Darum, mein Christ, betrachte täg­lich das Leiden Christi, ,, denn," sagt der heilige Augustinus, ,, es ist nichts, was so heilsam und nüßlich ist, als täglich zu betrachten, was der ge= liebte Sohn Gottes für uns gelitten hat." ,, Nichts wirft in der Seele eine so allgemeine Heiligung, als die Betrachtung des Leidens Christi," sagt der heilige Bonaventura.

Gebet. O mein gefreuzigter Jesus, ich erkenne jeßt, wie es gekommen, daß ich bisher so unbe­ständig in Deinem Dienste war und so falt in