1. Gebete f. d. tägl. Hausandacht.
Am Sonntag- Morgen. 9
mich zu dir schicken und darauf merken. Allmächtiger, gnädiger Gott, du bist würdig zu nehmen Preis, Ruhm und Ehre; wer sollte dich nicht fürchten, du König der Heiden, wer sollte dich nicht ehren, o liebreicher Vater! Ich komme in dieser Frühstunde zu dir mit demütigen Dank, daß du diese Nacht eine Wagenburg um mich und die Meinigen geschlagen und deine Güte und Treue wiederum an mir hast neu werden lassen. Begleite und beschütze mich auch heute auf allen meinen Wegen. Laß diesen Tag sonderlich einen Erbauungs- und Erquickungstag für meine Seele sein. Du hast nach deiner erbarmenden Liebe diesen Tag von leiblicher Arbeit frei gemacht, daß du dein Werk in mir haben mögest. O darum erleuchte, heilige und lehre meine Seele, daß ich Schätze möge sammeln, welche mich in Not und Tod, in Kreuz und Leiden erquicken können, welche weder Motten noch Rost fressen, da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Ich freue mich deß, das mir geredet ist, daß wir werden hinauf in das Haus des Herrn gehen und meine Füße stehen sollen in deinen Thoren, Jerusalem. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein lebenlang, zu schauen die schönen Gottesdienste und seinen Tempel zu besuchen. Mein Gott, das soll heute meine Lust sein, dein Wort zu hören, in dir mich zu erbauen, dir zu Ehren Lob- und Danklieder anzustimmen, eifrig zu beten, und mein Herz dir zu schenken. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! meine Seele freuet sich in dem lebendigen Gott. Laß mich aber kein vergeßlicher Hörer sein, sondern ein Thäter des Wortes werden. Öffne mir das Herz wie der Lydia, daß ich den Samen des Wortes mit Freuden aufnehme; schließze hernach mein Herz zu, daß mir ihn Satan nicht wiederum raube. Laß mich heute in meinem Christentum, in der Erkenntnis Jesu Christi, im Glauben, in der Liebe, in der Verleugnung meiner selbst einen festen Grund legen, auf daß ich die ganze fünftige Woche daran denke, es ausübe und gute Früchte
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