4
Erster Teil: Das Hausbuch.
mein Gott, ich unterwinde mich, mit dir zu reden, wiewohl ich Erde und Asche bin. Meine sündliche Unwürdigkeit und Nichtigkeit schrecket mich, deine große Güte aber und Barmherzigkeit machet mich freudig, meine Augen vor dir aufzuheben und das Verlangen meines armen Herzens dir zu entdecken. Ich bezeuge, o Gott, vor aller Welt, daß ich mit Leib und Seel, ja mit allem, was ich bin und habe, dir zugehöre und daß ich als dein Geschöpf, dein Eigentum, dein Werkzeug, dich, du glorwürdigster Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von allen Kräften zu lieben, zu loben und dir zu dienen schuldig bin. So glaube ich nun auch, o höchstes, unbegreifliches, unermeßliches, unerschöpfliches Gut, aus findlicher Zuversicht und Hoffnung zu dir, du werdest mein Gebetsopfer, welches ich im Glauben bringe, dir in Gnaden gefallen lassen und das Seufzen deines armen Knechtes nicht verschmähen. Amen. M. Christian Scriver.
Ach himmlischer Vater, barmherziger ewiger Gott, ich bin ein unwürdiger, armer Sünder und nicht würdig, daß ich meine Augen oder Hände zu dir aufhebe und bete. Aber weil du uns allen geboten hast zu beten und dazu auch Erhörung verheißen und über dasselbe uns beides, Wort und Weise gelehret durch deinen allerliebsten Sohn, unseren Herrn und Mittler Jesum Christum, so weiß ich wahrhaftig und gewiß, daß dir solch Gebet wohlgefällig ist. Komme demnach auf solch dein Gebot, dir gehorsam zu sein und verlasse mich auf deine gnädige und gewisse Verheißung und will im Namen meines Herrn Jesu Christi, und in wahrem Glauben( in dieser hohen großen Not und Beschwerung meines Herzens) all mein Anliegen vor dir ausschütten. Erhöre mein Seufzen um Jesu Christi willen und lehre mich durch deinen heiligen Geist, daß ich im Geist und in der Wahrheit, mit fröhlichem Glauben und findlicher Zuversicht bete, hilf, daß ich allezeit meine Not dir herzlich klage, das Anliegen meines Herzens dir vertrau


