Erster Teil.
Das Hausbuch.
Erste Abteilung.
Gebete für die tägliche Hausandacht.
Einleitung.
Der Hausvater soll auch ein Hauspriester sein. Eines Priesters Amt ist, Gott Opfer darzubringen, wie dies aus dem Amt der alttestamentlichen Priester erhellt, welche Speisopfer, Rauchopfer, Sünd-, Schuld- und Brandopfer darzubringen hatten. Dies alles aber waren vorbildliche Opfer, welche ihre volle Erfüllung in Jesu Christo, dem menschgewordenen Gottessohne gefunden haben. Dieser ist der rechte Hohepriester, der sich selbst am Kreuze Gott geopfert und damit die ewige Versöhnung vollbracht hat. Seitdem haben zwar jene vorbildlichen Opfer des alten Bundes aufgehört, aber die Gläubigen des neuen Bundes sollen gleichwohl ein prieſterliches Geschlecht sein, welches, wie der Apostel Petrus( 1 Petri 2, 5) sagt, geistliche Opfer opfern soll, die Gott angenehm sind durch Christum. Damit meint er die Lob- und Dankopfer, welche wir Gott für das blutige Versöhnungsopfer Jesu Christi darzubringen haben und die in der Übergabe des Herzens in wahrer Buße und rechtem Glauben( Psalm 51, 19. Röm. 12, 1) und im Bitten und Beten, Loben und Preisen unsrer Lippen vor Gott( Ebr. 13, 15) bestehen. Dafür zu sorgen, daß die Seinen mit ihm diese geiſtlichen Opfer Gott täglich darbringen, das ist die Pflicht eines christlichen Hausvaters. Thut er das, so wartet er seines Amtes als Hauspriester und kann sich der Verheißung Christi getrösten: ,, Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen( Matth. 18, 20)". Darum soll er es ja nicht unterlassen, seine Hausgenossen, Weib, Kinder, Gesinde, und wer sonst bei der Familie ist, täglich des Morgens und des Abends, vor Beginn und nach Schluß der täglichen Berufsarbeit, um sich zu sammeln zu gemeinsamer Anbetung Gottes. Die Ordnung mag etwa folgende sein:
Allgemeines Gebetbuch.
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