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sehen sind, weil es schönere Kleider hat und darum meint, es müsse auch von andern Leuten gelobt werden, es müsse mehr gelten als andere Kinder, welche ärmer sind als es. Ein hoffärtiges Kind will immer zuvorderst stehen, beim Spielen immer das erste sein; meint, andere Kinder sollten immer das thun, was es haben will; murrt, wenn es nicht nach seinem Kopfe geht; ein hoffärtiges Kind ist oft ungehorsam, weil es sich für die Arbeit zu vornehm dünkt; es steht lieber vor dem Spiegel, um zu sehen, ob es auch schön sei. Ein solches Kind bildet sich zu viel ein; denn schöne Kleider am Leibe haben, reichen Eltern gehören, das macht ein Kind vor Gott nicht besser, als arme Kinder.
Ein anderes Kind ist zwar fleißig, gehorsam, betet; dabei denkt es aber: ich bin doch ein recht fleißiges, gehorsames, frommes Kind; ich bin viel besser als andere Kinder. Es hat es gern, wenn es die Eltern und Lehrer loben; es erzählt selber, wie gescheit es sei und wie dumm und einfältig andere Kinder. Auch ein solches Kind ist hoffärtig, und zwar deswegen, weil es Gott die Ehre nicht gibt, weil es meint, es habe das gute Gedächtnis, den scharfen Verstand aus sich selbst und


