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befiehlt, wirst du, o Gott, mit Wohlgefallen ansehen, so sehr ich auch vor dir ein sündiger Mensch bin.
Belehrungen und Bitten.
Du, mein Gott! der du so gerecht als gütig, so heilig als getreu bist in allen deinen Verheißungen, wirst ja von denen, die dich lieben, die mit Zuver= sicht, mit Sehnsucht nach deiner Anschauung, zu dir flehen, nicht deine Barmherzigkeit hinwegnehmen. Und wenn du schon die Leiden, die sie selbst verans lassen, nicht ganz von ihnen abwendest, weil du die nach Gerechtigkeit, Weisheit und Gnade bestimmten Sünden: Strafen nothwendig erfolgen läsfest, so wird doch eben dieses Leiden ihnen zum Heile gereichen, wird sie läutern, wie Feuer das Gold läutert, wird ihre Sehnsucht, ihre Liebe immer eifriger, ihre und die vom Gebete begleiteten Seufzer ihrer hinterlasse= nen Gläubigen endlich erhörlich machen, und so ihre Seligkeit bewirken. O wie werden sie dann deine Gute preisen! Gott, in dir frohlocken und sagen: ,, Wohl uns, daß du uns gezüchtiget hast, der du das Verlangen der Demüthigen nicht verschmähest, der Armen nicht vergissest, und alle, die auf dich verz trauen, nicht zu Schanden werden läsfest ewiglich."
Heiliger, heilsamer Gedanke, für Verstorbene zu beten, zu beten in Hoffnung, in Liebe, in Vertrauen auf eine frohe Wiederauferstehung, zu beten im Hinblick auf dich, o Jesus, theurer Mittler und


