Vertrauen auf Gott.
Wünsche und Bestrebungen eine selige Unsterblichkeit und Du, o Gott! Amen.
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Vertrauen auf Gott.
Gott, Deine weise Vorsehung regiert alle meine Schicksale. Auf Dich will ich also mein kindliches Vertrauen setzen. Mein Glück hångt nicht von mir ab. Ein Augenblick vernichtet oft das Werk meiner vieljährigen Bemühungen. Von allem, was ich unternehme, ist der Ausgang ungewiß; aber noch ungewisser, ob das Gelingen oder das Mißlingen meiner Anschläge, für mich besser sei. Nur Du, o Gott, weißt Alles, führest Alles zu meinem Wohle, Glück und Unglück, angenehme und widrige Schicksale. Meine Tage werden von Dir, dem Weisesten und Gütigsten, gezählet, von Dir ist in dieselben vertheilt was mir zukommen soll. Du würdest mir ein anderes Loos beschieden haben, wenn eine andere Einrichtung für mich besser gewesen wäre. Dieser Glaube erhebt meine Seele zu dem kindlichsten Vertrauen. Ich fühle mich über alle Anfechtungen des Zweifels erhoben. Mit dankbarer Freude genieße ich, was Du, mein Gott! mir bestimmt hast; mit ruhiger Zuversicht sehe ich der Zukunft entgegen: sie steht, wie der gegenwärtige Augenblick, in Deiner Macht; warum sollte ich zagen? Ja, gütiger Gott! führe mich auf Wegen, auf welchen Du willst; ich folge gehorsam, ihr Ende ist Seligkeit. Vielleicht habe ich noch manche rauhe


