Berlangen nach Gott.
eifrig in Erfüllung meiner Pflichten, zu dem Dienste des Nächsten stets bereit, nachsichtig gegen seine Fehler, strenge gegen mich selbst, und zufrieden mit meinem Schicksale seyn möge. Fern sei von mir alle Schadenfreude, Tadelsucht, Nachrede, Verlaumdung, alles unfreundliche und mürrische Wesen, liebloser Kaltsinn, Gleichgültigkeit, Mißgunst und Neid, und alles was der christlichen Menschenliebe zuwider ist; unterdrücken will ich den Hang zur Weichlichkeit und Eitelkeit, welcher mich an meinen Berufsgeschäften hindert, vom rechten Gebrauche der zeitlichen Güter, von Mildthätigkeit, Selbstbesserung und Gottseligkeit zurückhält, zum Müßigleben verführt, meine Eigenliebe nährt, und zur Bekämpfung und Bezwingung meiner bösen Neigungen und Leidenschaften unwillig und unfähig macht. Gieb mir die Gnade, o Herr! daß mich das Beispiel Deiner heiligen Dienerin, deren Gedächtniß die Kirche heut begehet, in dem Vorsatze stårke, Dir zu dienen und durch Haltung Deiner Gebothe, Deiner Liebe und Deiner ewigen Seligkeit theilhaftig zu werden. Dieß verleih uns, Herr himmlischer Vater! durch Jesus Christus Deinen Sohn unsern Herrn. Amen.
420
Verlangen nach Gott.
( Vom heil. Augustin.)
Erwecke in mir o Gott! nach Dir ein thâtiges Verlangen. Laß mich eher Alles, als Dich vergessen. Gich mir Liebe zu Dir, daß sie die Lust zum Bösen schwäche und unterdrücke. Die Sünde siege nie über


