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Morgengebethe.
und Genüsse, die Schwäche und Verdorbenheit des Fleisches, die Niedrigkeit der Erde, die Größe der himmlischen Glückseligkeit in Deiner Anschauung, die Kürze des Menschenlebens und die Länge der Ewigkeit, damit ich voll Glaube stets mein hohes Ziel in's Auge fasse, Dein Gericht fürchte, durch ein gutes von Deiner Liebe beseeltes Leben mich zum Tode bereite, und auf Deine Barmherzigkeit hoffe und vertraue, damit ich so der ewigen Verwerfung und Hölle entgehe, Deiner Gnade mit wirke, Deine Heilsmittel gebrauche, Deinen Willen vollziehe und dadurch vermittels der Verdienste Jesu Christi, meines Seligmachers in das Himmelreich kommen möge. Amen!
Gebeth
der frommen Prinzessin Elisabeth von Frankreich. ( In gefahrvoller Lage zu sprechen.)
Was wird mir wohl heute noch begegnen? Mein Gott! hiervon habe ich gar keine Kenntniß. Aber dieß weiß ich: es wird mir nichts begegnen, was Du nicht schon von Ewigkeit her vorgesehen. angeordnet und beschlossen hättest. Dieß ist mir genug, o mein Gott! dieß ist mir genug; ich bethe Deine ewigen und unerforschlichen Rathschlüsse an; ich unterwerfe mich denselben aus Liebe zu Dir von ganzem Herzem. Ich will alles so haben, ich nehme


