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Morgengebethe.
BU.
bor jeder, auch der kleinsten Sünde zu bewahren. Bewaffne dich im voraus wider dieselbe mit dem Schilde der Glaubenswahrheiten, vorzüglich in Betreff der letzten Dinge des Menschen, Tod, Gericht, Hölle oder Himmel; vernachlässige auch nicht die Mittel, welche menschliche Klugheit, Vorsicht und Hülfe gegen sittliches Verderben dir darbieten mögen; vor allem aber nimm dir fest vor, weil du ohne Christus nichts vermagst, Seinen Beistand in jeder Versuchung und Gefahr ernstlich anzuflehen. Dann fange mit festem Bertrauen auf Gottes gnädige Hülfe an, den Tag durch treue Wahrnehmung deiner Berufs- und Standespflichten christlich zu heiligen. Sei im Verlaufe des Tages wachsam auf dich selbst. Ein thätiges, geschäftiges, arbeitsames, ja mühsames Leben ist die sicherste Schutzwehr gegen Sünde und Laster. Bewahre deine Sinne, so viel möglich, vor allen Eindrücken, die deine Einbildungskraft mit sündlichen Vorstellungen erfüllen und beflecken, irgend eine Leidenschaft erregen, dein Herz bestechen, und mit wirklicher Sünde verunreinigen und verderben könnten. Der Geist, sagt der Herr, ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach. Darum wachet und bethet, setzt Er hinzu, damit ihr nicht in Bersuchung gerathet.
Verwende, wenn deine Berufsgeschäfte dir Zeit dazu lassen, wenigstens ein Viertelstündchen täglich, gleich nach dem Morgengebethe oder vor und nach der heiligen Messe auf das stille Gebeth oder die Betrachtung, auf die be dachtsame Erwägung irgend einer Religionswahrheit, oder auf die Lesung eines geistlichen Buches, wie z. B. der Nachfolge Christi vom seligen Thomas von Kempen, der Anleitung zu einem andächtigen Leben des heil. Franz von Sales, der Schriften des erleuchteten Ludwig von Granada oder anderer guten Bücher, die der Beichvater dir am besten Timot zu empfehlen weiß.


