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Meßgesänge und Festlieder.
6. Doch wie uns der Glaube lehret, Wird das Brod in Fleisch verkehret, Und in Chrifti Blut der Wein; Was dabei das Aug' nicht stehet,- Dem Verstande selbst ent fliehet,- Sieht der feste Glaube ein.
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7. Unter zweierlei Gestalten Sind sehr große Ding' enthalten,- Deren sie nur Zeichen sind; Blut und Fleisch und Trank und Speise, - Da sich doch in beider Weise- Christus unzertheilt befind't.
8. Wer zu diesem Gastmahl eilet,- Nimmt ihn ganz und unzertheilet, Unzerbrochen, unversehrt. Einer fommt und Tausend kommen, Keiner hat doch mehr genommen, Und er bleibt doch unversehrt.
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Und
9. Fromme kommen, Böse kommen, sie haben ihn genommen,- Die zum Lebent, die zum Tod:- Bösen wird er Straf und Hölle, Frommen ihres Heiles Quelle; Wie verschieden wirkt dieß Brod!
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10. Endlich wisse, daß vom Leibe So viel in den Theilen bleibe, Als_das Ganze selbst enthält;- Nicht das Wesen, nur das Zeichen Muß da der Zertheilung weichen; Jenes bleibet unverstellt.
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11. Sieh, dies ist das Brod der Kinder, Der Gerechten, nicht der Sünder,
Welches auch die Engel nährt. Schon in Isaaks Himmelsbrode, Und des Osterlammes Tode War es einstens vorerklärt.
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