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Gefühl hatte, mußte nothwendig durch das erbarmungswürdige Aussehen des Erlösers zum Mitleid bewegt werden. O welches Aussehen! Sein schönstes Angesicht, das er jetzt in das Schweißtuch Veronikas eingedrückt, ist mit Blut ganz überronnen, mit Speichel besudelt, mit Wunden überzogen, sein Haupt mit einer schauerlichen Dornenkrone umgeben; sein Leib mit Stricken und Ketten und mit seinem eigenen Galgen beladen. So geht er einher. Er, der zuvor der Schönste unter den Menschenkindern war.( Pf. 44), hat jetzt keine Schönheit, ja kaum eine menschliche Gestalt mehr. ( Isai. 53.) Meine Seele, sieh doch Jesum in diesem Aufzuge recht an. Wie gefällt er dir? Sieh, seine Liebe gegen dich hat ihn in diesen beweinungswürdigsten Zustand versetzt.
Vater unser. Ave Maria.
Erbarme Dich meiner, o Jesu! Erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens.
VII. Station.
Jesus fällt das weitemal unter dem Kreuze. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast.
Die unmenschlichen Kriegsknechte schlagen, reißen und stoßen so lange an dem Erlöser, bis er abermal todtschwach zur Erde hinfällt.- Und da lachen und spotten sie noch zu seinen Schmerzen, zu seiner äußersten Qual!-Wer es erfahren hat, weiß es, wie wehe es thut, im Elende von Andern auch noch verlacht und verspottet werden. Aber da dieses jedem Menschen so empfindlich fällt;


