332 Gebete für die Verstorbenen.
Mit Macht wird die Posaune flingen: „ Ihr Todten wacht, kommt vor Gericht!" Wird Alle hin zum Throne zwingen, Wo man nach Recht und Wahrheit spricht.
Der Tod und die Natur wird beben, Wann das Gebein vom Grab ersteht, Um Rechenschaft dem Herrn zu geben, Aus dessen Mund das Urtheil geht.
Was soll dann ich, ich Armer! sagen? Zu welchem Schutzherrn soll ich fleh'n? Wie wird's, wenn selbst Gerechte zagen, Wie wird's dem Sünder wohl ergeh'n?
O König höchster Majeſtäten,
Der du aus freien Gnaden schon'st: Laß, Herr, auch mich das Reich betreten, Wo du, o Quell der Gnaden! thronst.
Knieefällig und mit Thränen wende Ich mein zerknirschtes Herz empor; O trage Sorge für mein Ende, Eröffne mir das Himmelsthor!
Am Tag der Thränen, da die Leichen Der Sünder zum Gericht ersteh'n, An jenem Tag, dem thränenreichen, Da laß sie, Gott, Erbarmung seh'n!


