Erste Abtheilung.
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4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, Und seine güte nicht verstehn? Er sollte rufen? ich nicht bören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins Herz geschrieben; Sein wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben, Und meinen nächsten so, wie mich.
5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe seyn, wie er. So lang ich dies gebot er fülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde
nicht.
6. O gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen seyn. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmerzen, Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des legten augenblicks.
i. Geduld und Langmuth Gottes.
Mel. Ein lämmlein geht: c.
30. G etreuer gott, wie viel
geduld Beweisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleich wohl, vater, suchst du ihn Langmüthig davon abzuziehn, Zur beßrung zu bewegen.
2. Der menschen elend fammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, So suchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange fahst und riefest du nicht ehmals deinem volke zu, Damit es sich bekehrte! Wie trugst du nicht mit gütigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh sie die fluth verheerte.
Mel. Sey lob und ehr' dem zc.
29. Wie viele freuden dank ich dir, Die du mir herr, verliehen! Und wie viel sünden hast du mir Aus gnaden nicht verziehen! Gott, voll erbarmung und geduld, Auch bei der mir verborgnen schuld, Währt ewig deine liebe.
Blick ich in jene ferne, Und überseh 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, des himmels pracht Und sonne, mond und sterne; So bet ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest? So geht er nicht verloren. Nicht für 3. Dein auge schaut auf ihn herab; die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergebt mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig dauern.
4. Wann ich erwache, denk ich dein, Und wann ich schlafen gehe; Denn du, mein vater, kannst verleihn, Was ich von dir erflebe. Drum seufz' ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner güte willen.
3. Noch giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein
von zeit zu zeit, Verziehest voll barmherzigkeit, Ihn gänzlich abzuhauen; Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sey, Nicht auf, an ihm zu bauen.
4. Langmüthigster! so große huld Bezeigst du frechen fündern; Und o! nicht weniger geduld Hast du mit deinen kindern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig neßze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie strauchcln, sie vergehen sich, Und fehlen oftmals wider dich, Auf blind gewähltem wege.
5. Da warnst du sie vor der gefahr, So oft sie irre geben; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit vaterhuld, Bist willig, ihre sündenschuld Durch christum zu vergeben; Giebst ihnen neue tugendkraft, Und nach vollbrachter pilgerschaft, Ein ewig freudenleben.
6. Laß diese langmuth und geduld,


