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Schatzkästchen : enthaltend biblische Betrachtungen mit erbaulichen Liedern auf alle Tage im Jahre zur Beförderung häuslicher Andacht und Gottseligkeit / von Johannes Goßner
Entstehung
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Ergreife sie, und du bist stark, und du kannst alles in dem, der dich machtig macht. Wer darf sich mit sei­ner Schwachheit entschuldigen? da der Herr, der All­genugsame, ihm Kraft genug anbietet. Ja, wer ihm vertraut, ist er gleich nur ein Wurm im Staube, der kann sich doch wie ein Adler erheben, in der Kraft des Herrn.

mel. 19. Theures Wort. Oder: Liebster Jesu, du wirst

kommen.

1. O wer giebt mir Adlersflügel, um mit losgerißnem Zügel. Muth, Begierden, Sinn und Herz aufzuführen himmelwärts? Ach, wenn wird das Jahr anfangen, da zur Freiheit wird gelan­gen Jesu freigekaufte Schaar, die so lang gefangen war?

2. Långst sollt ich seyn aufgeflogen; oft hat Jesus mich gezo­gen, mir geöffnet mein Gesicht, um zu sehn das helle Licht, das sich in der Seele spiegelt, die mit Glaub' und Lieb' geflügelt, Jesu Wunden frey und los sich erwählt zum Felsenschloß.

3. Ja, ich weiß noch wohl die Stunden, da ich von mir losge­bunden, dacht', ich wär' dem Netz entrůckt und in Jesu Herz entzückt. Ich sah' Hånd' und Seite offen, woraus Lebenswas­ser troffen; fühlte da des Geistes Pfand und der zartsten Liebe Brand.

4. Alles wollt' ich willig wagen, Jesu Schmach mit Freuden tragen, und durch tausend Ungemach, Tod und Höll', ihm fol­gen nach. Doch wie bald sank mein Gefieder kraftlos und ver­senget nieder. Meine Trägheit und Untreu' find' ich alle Stun­den neu.

5. Doch du bist der treue Hirte, der verlorne und verirrte Schafe sucht und Låmmer trågt; du hast mir zum Pfand ge­legt deine Treu', und mirs verschrieben, daß du mich willst ewig lieben, daß die täglich neue Schuld nie soll brechen deine Huld. F. A. Lampe.

5. Januar.

5,

Meine Seele verlanger und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn. Ps. 84, 3. Es dür­stet meine Seele nach dir, mein Sleisch vers langet nach dir in einem trockenen und dür­