Druckschrift 
Des ehrwürdigen P. Alexander Wille aus der Gesellschaft Jesu vollständiges Gebet- und Tugendbuch für alle Stände : oder: Regeln und Übungen andächtig zu beten, fromm zu leben und selig zu sterben / nach der von Joseph Stark verb. und verm. Orig.-Aufl. neu hrsg. von Michael Sintzel
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Morgenandacht.

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den, damit du nicht vielleicht in der Todsünde ohne Frucht arbeitest, und wenn du jählings stürbest, ewig verdammt würdest. 3. In der guten Meinung, aus deren Mangel die meisten Werke bei Gott ohne Verdienst sind. 4. In der Aufopferung und Anempfehlung, weil alle Ga­ben und Gnaden, Glück und Segen von Gott herkommen. Diese vier Stücke wirst du in folgenden Betrachtungen kurz und deutlich finden.

S. 3. Nutzen und Nothwendigkeit der oft wieder: holten Uebung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe Gottes.

Der lebendige Glaube an Gott, die zuversichtliche Hoff­nung auf Gott, und die reine Liebe Gottes sind die Grunds festen eines gottgefälligen Wandels und eines glückseligen Todes. Denn, wie Paulus zu den Hebräern sagt:( 11, 6.) ,, Ohne den Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen." Aus dem Glauben muß auch nothwendig, gemäß dem Vers sprechen Gottes, die Hoffnung zu Gott herrühren, und zwar eine so feste Hoffnung, die keinen zu Schanden werden läßt( Röm. 5, 5.); weil sie in der Güte und Barm­herzigkeit des allmächtigen und getreuen Gottes gegründet ist. Aus beiden Quellen muß endlich eine zärtliche Liebe gegen den grundgütigsten Gott fließen, der uns so viele übernatürliche und ewige Güter verheißen hat. Es müssen also die Haupttugenden nicht nur allein zur Zeit, wann der Mensch seinen völligen Verstand bekommt, sondern oft im Leben geübt und erweckt werden. Ich sehe daher die lle­bungen dieser Tugenden gleich an den Anfang dieses Bu­ches, damit man sie beim Aufschlagen sogleich vor Augen habe, und daran denke. Ich bitte zugleich alle und jede, welche sich dieses Büchleins bedienen wollen, und rathe ih­nen, sie sollen dieselben wenigstens alle Sonn- und Feier­tage für die Morgengebete, auch für die Bußgebete vor der Beicht, langsam, eifrig und von Herzen sprechen; und ich versichere, das Herz wird durch diese oft und beständig wies derholten Ulebungen zu Gott und zu allem Guten kräftig hingezogen werden.

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