Druckschrift 
Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

Erster Theil.

Vom Wesen Gottes

bein Verstand hervorgebracht. hervorgebracht. Du brauchft, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 3. Du haft dein großes Schöpfunge

stehet eilend da, was noch zuvor fein Auge fah.

4. Was du zu thun dir vorgenom men, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kom­men, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed beständig, Gott, den besten Weg.

werk allmächtig ausgeführet. Es bleis bet ftets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmäch­tig Wort fie hält.

5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den fich dein Wille vorbehält, der aller Feinde ftolzen Wahn als Unvernunft beschämen fann.

MODDAN

6. D Weisheit! dede meiner Seele bie angeborne Thorheit auf, damit fe dich zum Leitstern wähle in ihrem fouft verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; e gönne mir bein sichres Licht.

7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem flugen Rath ge­führt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs befte mich re­giert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit.

Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach.

26. H

err, deine Allmacht

reicht so weit, als selbst dein We

sen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten

gleichet. Es ist kein Ding so

groß und schwer, das dir zu thun

unmöglich wär.

2. Du sprichst, und auf dein mäch­tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führefst deinen Anschlag fort bei allen Hindernissen. Du wintft, so

4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Bermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weifer Billtir auf.

5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir fich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachts­voller Gnad und Huld!

6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du bon unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läffft.

7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirst sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Beugen deiner Kraft, die aué dem Tode Leben schafft.

8. Dzünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der start und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles fans und alles schafft.

Von der Allgegenwart Gottes.

Mel. von Nr. 16

27.

großer Gott! ber alle Ding erfüllet, vor des fen Blid tein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungefehn?

2. Könnt ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die Tiefe dringen: so hielte mich doch deine Hand auch da; denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah.