Erste Abtheilung.
Lieder über die christliche Glaubens- Lehre.
Gott.
Mel. Nun danket alle gott 2c.
Mel. Sey lob und ehr' dem, höchst. zc.
1. Anbetungswürd'ger gott, Mit Der herr ist gott und keiner mehr; 2.
Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können: O flöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbietung seyn!
alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ist groß! sein nam' ist groß! Er ist unendlich grenzenlos In seinem ganzen wesen.
2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die dauer seines lebens; Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel.
1) Von
2. Du riefft dem, das nicht war, Um luft und seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath sind dein; Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun.
3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: werde! Entstand dein großes werk, Der himmel und die erde. Mit deinem kräft'gen wort Trägst du die ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt.
4. Du bist der herren herr; Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des hoheit muß bestehn.
5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst.
6. Ja, hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich du, gott, bist.
7. Indeß sey auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Von äußerst schwachen zungen! Dort soll, wann wir dereinst In Hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lied Dich, großer gott, erhöhn.
3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die ſeine kraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern.
4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er kennet alles, was er schafft, Im himmel und auf erden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Umspannet erd und himmel.
5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem Herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst büllt ihr in finsterniß? Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne.
6. Wer schüßt den weltbau ohne dich, O herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein auffehn über alle? Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner.
7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du belohnst mit wonne; Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig seyn. Hast freuden, gott, die fülle.


