Druckschrift 
Psalter und Harfe. 1
Entstehung
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Worte einer Mutter an ihre Tochter.

Nach der dritten Auflage aus dem Norwegischen übertragen von

Julie Ruhkopf.

eleg. geb. Preis 10 Ngr.

Es ist eine gar zarte, liebliche Blüthe, welche die Ueber­setzerin aus dem hohen Norden auf deutschen Boden verpflanzt hat. Das Büchlein, das nur 73 Seiten umfaßt, kann sich den besten derartigen Produkten an die Seite stellen, die auf heimischem Boden gewachsen sind. Wer würde z. B. nicht an das vielgelesene Löhesche Buch von der weiblichen Einfalt erinnert, wenn er Seite 32 folgende Ergießungen der frommen Mutter über 1. Petri 3, 3 und 4 liest: ,, O wie oft habe ich diese Worte in meinem Herzen erwogen und ihre so unendlich schöne und tiefe Bedeutung gefühlt! Es giebt nach meinem Denken kein höheres Ziel für weib­liches Streben nach Vollkommenheit als das, welches sie be­zeichnen. Es scheint mir, daß man nichts davon nehmen, nichts dazu legen kann, ohne die reine, himmlische Einfach­heit zu zerstören oder zu verdunkeln, worin das Bild einer Frau nach Gottes Herzen in diesen wenigen Pinselstrichen vor die Seele tritt und jede Forderung des Herzens erfüllt. Stille und Seelenfrieden, Harmonie mit Gott und mit sich selbst, Sanftmuth und Ruhe, mögen Glück und Freude dem Herzen lächeln, oder Sorge und Leiden es heimsuchen; keine lärmende Lustigkeit, keine jammernde Klage; jedes Werk, groß oder klein, in Gott gethan, wie vor seinem Antlitz, keines, um der Menschen Aufmerksamkeit oder Beifall auf sich zu ziehen, ein Geist, der immer aus dem eignen Innern Muth, Kraft und Lust zu leben, handeln und leiden schöpft, nicht aber aus der Stellung und Umgebung." Zeigt diese Stelle die große Geistesverwandtschaft der norwegschen Mutter mit dem deutschen Vater, so glaube man nicht, daß das eine Büchlein durch das andere überflüssig gemacht sei. Viel­mehr ergänzen sich beide aufs trefflichste, und wer mit Lust den Worten des deutschen Pfarrers gelauscht hat, wird auch den Ergüssen der norwegschen Pfarrersfrau ein williges Ohr leihen. Denn wie man hört, soll die Verfasserin die Wittwe eines Pfarrers sein, die sich später mit einem Bischofe wieder verheirathet hat."

( Volksblatt f. Stadt u. Land 1857. Nr. 97.)

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