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Katholisches Gesang- und Gebetbuch für das Bisthum Limburg
Entstehung
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Bußandacht.

2) Um aber der Gnade der Sündenvergebung durch dieses h. Sakrament theilhaftig zu werden, muß man wahre Buße wirken, d. h. man muß durch Aenderung seines verkehrten, sündhaften Sinnes und Wandels su Gott zurückkehren, von dem man sich durch die Sünde abgewendet hat, wie uns dies der göttliche Heiland in dem Gleichnisse von dem verlore­nen Sohne so schön und eindringlich gelehrt hat.

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3) Das Gleichniß von dem verlorenen Sohne. Ein Mensch, sprach Jesus, hatte zwei Söhne. Und es sprach der Jüngere von ihnen zu dem Vater: Va­ter, gieb mir den Antheil des Vermögens, der mir zukommt. Und er theilte unter sie das Vermögen. Nach wenigen Tagen nun nahm der jüngere Sohn Alles zusammen, zog fort in ein fernes Land und ver­schwendete daselbst sein Vermögen durch ein schwelge­risches Leben. Nachdem er aber Alles verzehrt hatte, entstand eine große Hungersnoth in jenem Lande, und er fing an, Mangel zu leiden. Nun ging er hin und verdingte sich an einen Bürger desselben Landes. Dieser schickte ihn auf seinen Meierhof, die Schweine zu hüten. Und er wünschte sich mit den Träbern zu sättigen, welche die Schweine fraßen, aber Niemand gab sie ihm.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Taglöh­ner im Hause meines Vaters haben Ueberfluß an Brod, ich aber sterbe hier Hungers! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und ihm sa­gen: Vater, ich habe mich versündigt wider den Him­mel und an dir: ich bin nicht mehr werth, dein Sohn zit heißen; halte mich wie einen deiner Taglöhner. Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Va­

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