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Morgenandachten.
tet. Ich begehre keine andere Ehre, als deine Kindschaft, keinen andern Reichthum, als die Gerechtigkeit Jesu Christi, keine andere Wonne und Lust, als die gnadenreiche Inwohnung des heiligen Geistes.
Auch für mein Leibliches wirst du sorgen; denn du hast gesagt: ,, Ich will dich nicht als Waise lassen, noch versäumen."
Eifrig und standhaft will ich aber auch mit deiner väterlichen Gnade mitwirken; von ganzem Herzen will ich den Müßigang als den Anfang aller Laster ver abscheuen und fliehen; freudig und aus Liebe zu dir will ich die Arbeiten und Geschäfte verrichten, die du mir heute anweisest; und wenn Ungeduld, Verzagtheit oder Unzufriedenheit mit meinem Stande meine Seele beunruhigen sollten, so will ich mit kindlicher Ergebung zu dir, himmlischer Vater! aufblicken, meinen Willen mit dem deinigen vereinigen, alle Mühe und Arbeit dir aufopfern, und mich auf den großen Feierabend freuen, an welchem ich, wenn ich als ein guter und treuer Knecht mit den empfangenen Talenten und Kräften Haus gehalten habe, in deine Freude eingehen werde.
Deine Barmherzigkeit breite sich aus über alle Menschen, und deine Güte über alle Deine Geschöpfe! Sei du selbst eine ewige Vergeltung Allen denen, die mir Liebe beweisen! Meine Beleidiger siehe mit erbarmenden Augen an und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe! Alle meine Anverwandten lege ich in Deine Vaterarme. Alle Vorsteher der heiligen, katholischen Kirche, alle Obrigkeiten und Unterthanen empfehle ich dir, mein Gott! Ach, siehe an den elenden Zustand in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet werde, und das gottlose Wesen ein Ende nehme! Hilf den


