676 Gebete und Andachten.
mein ganzer Wandel zeuge von deiner Heiligung, Geist der Gnaden! Nur deine Kraft sey in mir Schwachen maͤchtig! so werde ich deinen Versoͤhnungs⸗ tod, Herr Jesu! als dein Erloͤster wuͤrdig feyern, und mich der Versicherung des Rechts deiner Kindschaft, o himmlischer Vater! und des Erbes jenes ewigen Le—
bens in diesem heiligen Mahle erfreuen duͤrfen. Amen.
Eihe andere Vorbereitungs-Betrachtung auf den Genuß des heil. Abendmahls.
Eb. Johannis Cap. 15. V. 13.„Niemand hat „groͤßere Liebe, denn die, daß er sein Le— „ben laͤßt fuͤr seine Freunde.“
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„Wie wahr, wie gewiß ist dieser Ausspruch! Wer sein Leben fuͤr mich laͤßt, der giebt mir den staͤrksten Beweis seiner Liebe. Und so einen Beweis hat mir Jesus gegeben! Er litt, er starb den martervollesten Tod am Kreuze fuͤr mich; und was bewog ihn dazu, als die reinste, die vollkommenste Liebe? Auf mir lag der Fluch, meiner wartete eine ewige Verdammniß, weil ich gefuͤndigt hatte; aber, ehe er mich umkom-⸗ men ließ, litt und starb er fuͤr mich, daß er mir Ver— gebung meiner Sünden und die verlohrne ewige Se— ligkeit erwuͤrbe. Wer so viel an mir gethan hat, ist's moͤglich, daß ich mich von dessen Keibe scheiden Iassen koͤnne? und wie ist's moͤglich, daß ich dieselbe jemals vergessen koͤnnte, da von Jesu selbst ihr An⸗ denken durch das heilige Abendmahl unter seinen Freunden ist verewigt worden! Darum setzte er in der Nacht, da er verrathen ward, das heilige Abend— mahl ein, und verordnete, daß durch Mittheilung des gebrochenen Brods und des Weins, welches erstere er seinen Leib, und das letztere sein Blut nannte, das Andenken seines gekreuzigten keibes und seines vergos— senen Blutes in seiner Christenheit stets erneuert wer— den sollte; denn er sagte ausdruͤcklich: Esset von die⸗ sem Brode und trinket von diesem Weine zu 1 0,
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