Vorrede.
4. Die Melodeyen uͤber die Lieder sind fleißig ausgesucht und man hat sonderlich die alten und bekandtesten erwahset, um auch denen zu Hulfe zu kommen, die in der Musik nicht erfahren sind. Aus eben diesen Grunde hat man ein Melodeyen Register anzuhangen fuͤr uͤber⸗ fluͤßig und unnoͤthig geachtet. Die Autores so viel man deren hat fin⸗ den koͤnnen sind den Liebhabern zu Gefallen am Ende der Lieder mit Angefuͤhret.—
5. Daß man den kleinen Druck beybehalten, solches ist um deswil⸗ len nothwendig worden, weil man fuͤr wenigen Kosten ein vollstaͤn⸗ diges Gesang⸗Buch liesern wollen. Sintemal so klein auch das For⸗ mat ist die Liebhaber erbaulicher Lieder dennoch 960 folglich fast an die tausend auserlesener Lieder beysammen haben, und so groß auch diese Anzahl der Lieder ist, dennoch dis gantze Gesang⸗Buch fuͤr 4 Gr.
anschaffen und nutzen koͤnnen. ö 6. Vom rechten Gebrauch des Gesang⸗Buchs schreibt D. Rogal also: Must du in der Versammlung beymeoͤffentlichen Gottesdienste seyn, oder auch sonsten ausser demselben zu Hause solche Lieder singen, die sich auf deinen Zustand nicht schicken; und fuͤhlest, daß du das nicht im Hertzen besitzest, was du mit dem Munde doch singen must; so seus⸗ ze inniglich zum HErrn deinen GOtt, daß er dich doch auch der Gnade wuͤrdigen moͤge, die er andern verliehen; und glaube, daß er sie dir nicht versagen wolle, wenn er dich nur im Stande finden wird, darin⸗ nen du derselben kanst theilhaftig werden. Darum begib dich in die Irdnung der wahren Busse und Bekehrung zu GoOtt: so kanst du dessen gewiß seyn, daß alle Verheissungen GOt⸗ tes in deinem Hertzen Ja und Amen werden sollen; und du wirst da⸗ von froͤhlich in Hofnung singen koͤnnen, was du bey dir eben noch nicht jetzo in Erfuͤllung findest. 58 Dancke Gtt, daß er zu unsern Zeiten den Geist der Gnaden uͤber seine Knechte so reichlich ausgegossen hat, daß sie dir so Lehr, und Trost⸗ reiche Lieder koͤnnen in die Haͤnde geben, daher siehe diese Lieder an als ein Gescheuck vom HErrn, und wann du deine Erquickung darinnen
sindest: so laß es dir gleich viel seyn, wer der Urheher davon sey, denn das Gute so darinnen ist, komt nicht von ihnen, sondern vom HErrn, den du dafuͤr auf deinem Anaesichte zu loben schuldig bist.
Preise GoOtt, daß er dir solch eine feine Anzahl guter Lieder gege⸗ ben, daß du darunter die Wahl treffen und das Beste heraus nehmen kanst. Vielleicht wird dasjenige, so dir heute nicht schmecket, morgen dir die suͤsseste Speise werden, wenn der HErr deinen Zustand aͤndert, und ihn so einrichtet, daß dieses deine Nahrung werden kan.
So gebrauche dich denn dieser Arbeit zu deiner Lehre und zu dei⸗ nem Unterricht, zum Trost und zur Erquickung, zur kraͤftigen Ermun⸗ terung und Erweckung, zur Staͤrckung deines Glaubens und deiner Hofnung, zum Lobe und jum Preise GOttes. Der GOtt aller Gna⸗ den segne dieses Buch, daß es gereiche zu seines heiligen Namens Lob, und zu aller, die es brauchen, Heiliaung, Erwockung, Trost und ewiger Seligkeit, um IEsu Christi willen, Wnen. Prentzlau, den 1oten December 1787. ö ö
6 1. Re.
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