Druckschrift 
Geistliches Neu-vermehrtes Altenburgisches Gesang- und Gebet-Buch : in sich haltend Den Kern Alter und Neuer Geistreichen Lieder und Gesänge D. Martin Luthers Und Anderer Christlichen Lehrer und frommer Christen / nebst einer Vorrede Herrn Carl Andreas Redels
Entstehung
Einzelbild herunterladen

. Vck ichen Besaͤn⸗

Piastt. D.

Register der Autorum.

Reffe ones uher Eld Himmelfahrt in sich, der sechste aber lautet also: Der uns diesen Reim gesungenhat, Ist alt und wohl betaget. Das mahl konnt er nicht von der Statt, Das Podagra ihn plaget: Offt seufftzt er, und bat GOtt im Sinn, Hrr! hohl den krancken Hermann

in,

Da ietzt Elias wohnet.

P. H. ist Petrus Hagius, ein Jurist und Rector an der Schule zu Cneip⸗ hoven, hat gefertiget n. dz.

S. H. ist Sebald Heyde, war Re⸗ Aor an der Schule zu St. Sebald in Nuͤrnb. starb A. 156r. im 6. Jahr sei⸗ mes Alters, hat gefertiget n. 128.554.

J. H. ist Johann Huß. Hat das Lied n. 977. IEsus Christus unser Heyland, gemacht, und Lutherus Hat es verbessert. Er war ein theu⸗ rer Blut⸗Zeuge der Wahrheit des Evangelii. Er war 1373. zu Huhi⸗ netz, einem Boͤhmischen Dorffe, ge⸗ bohren, und wurde zeitlich auf der Universitaͤt zu Prage sehr beruͤhmt, da er Anno 1395. Magister, und An- no 1400. bey ber Kirche zu Beth⸗ lehem genannt, Prediger und bey des Koͤnigs Wenceslai Gemahlin Beicht⸗Vater wurde. Er lehrete aus der Heil. Schrifft wider die Hreuel des Papstt hums. Wurde als ein treuer Zeuge der Wahrheit auf dem Concilio zu Costnitz Anno 1415. den 6. Jul. seines Alters 42. Jahr, derbrannt. Vid. Æn. Sylv. hist.& monum. Huss. it. Histor. Hussitic. 2537. Wittenberg. edita.

Lit. I.

D. J. L ist D. Iustus(oder Jodocus) Lonas, der bey dem wieder aufgehen⸗ den Lichte des Evangelii ein trefflich Werckzeug Gottes und Lutheri reuer Mit⸗Arbeiter unb Hertzens⸗ Freund war. Er war zu Nordhau⸗ en den 5. Jun. 1493. gebohren, und urfuhr in seiner zarten Kindheit ein

wundersames Exempel der goͤttli⸗ chen Vorsorge an sich.

Denn da sein Vater die Pefl hat⸗ te, und man eine Zwiebel so auf der Pest⸗Beule gelegen hatte, auf die Banck legte, hat dieser Knabe die Zwiebel gegessen, ohne im geringsten angestecket zu werden. Er studirte im Anfange der Reformation zu Wittenberg, bekam zeitlich ein Ca⸗ nonicat zu Erffurth, und Anno Lyar. wurde ihm von Churfuͤrst Friederico Sap. welcher eben zu Erffurth war, die Præpobitur in der Stiffts⸗Kir⸗ chen aller Heiligen zu Wittenberg angetragen, welches er auch an⸗ nahm, jedoch mit der Bedingung, daß er nicht das Jus Canonicum le⸗ sen muͤsse/ wie sonst der præpositus thun muͤssen, sondern davor predi⸗ gen und Theologiam lesen wolte. Daher wurde er auch den 1a. Oet. selben Jahres Doct. Theolog. gieng auch selbiges Jahr mit Luthero auf den Reichs⸗Tag nacher Worms, it. 1529. auf das Colloquium nach Mar⸗ burg. War 1530. mit zu Augspurg, als bie Augspurgische Confessionu⸗ bergeben wurde. Anno 1539. hat er in Hertzog Heinrichs zu Sachsen Landen in Thuͤringen und Meisen helffen vilitiren. Wurde endlich nach Halle in Sachsen beruffen, daselbst das Evangelium zu predigen und die Reformation zu befoͤrdern, wo er auch den 14. April 1541. als am Gruͤ⸗ nen Donnerstage, die erste Predigt hielte. Von daraus war er zu Eißle⸗ ben bey Lutheri Tode. endlich als Churf. Mauritii zu Sachsen Troup⸗ pen Halle einnahmen, muste er An⸗ no 1946. fort. Lebte eine Zeitlaug zu Jena, auch am Hofe derer Her⸗ ren Soͤhne Churfuͤrst JohannFried⸗ richs, biß er den 23. Augusti 1553. Pastor und Inspector zu Eiß feld wur⸗ de, da er auch den 9. Oet. Iyy. im 6z. Jahr seines Alters gestorben. Sein Leben siehe bey Melch. Adami, in Vitis Theol, Cerm, p. 125. Secken-

dorff