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Gesangbuch für die evangelische Kirche der deutschen Schweiz : den Kirchenbehörden der Kantone Zürich, Bern, Schaffhausen, Appenzell a. Rh., Aargau, Basel-Stadt und Basel-Land / vorgelegt von der Konferenz ihrer Abgeordneten
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ret mich zu stillen Wassern. Lauter Güte und Barmherzigkeit werden mir nachfolgen mein Leben lang. Andächtige und Geliebte!

Das Reich der Himmel, spricht der Heiland, ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und seine Knechte aus⸗ schickte, um zum Freudenmahle zu laden. Damit nun auch wir als würdige Gäste bei dem heiligen Mahle erscheinen, so wollen wir unsere Herzen prüfen nach der Ermahnung des Apostels:Der Mensch prüfe und bewähre sich selbst und also esse er von diesem Brote und trinke aus diesem Kelche. Das Brot, das wir essen, ist uns das Zeichen seines gekreuzigten Leibes, und der Kelch, aus dem wir trinken, ist uns der Kelch des Neuen Bundes, den der Herr mit seinem Blute besiegelt hat. Und im Genießen des Brotes und Weines sollen wir aufs neue inne werden seiner Liebe bis in den Tod, die uns das kräftigste Unterpfand ist der Vergebung unserer Sünden und unserer Versöhnung mit Gott. Darum prüfe sich ein jeder, ob er mit Pau⸗ lus sagen könne: Ich lebe, doch nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir; ob er ein Schoß sei an ihm, dem Weinstock, und Früchte des ewigen Lebens bringe.

Und wie wir alle Theil haben an demselben Brot und Wein, so sind wir Glieder des einen Leibes, an welchem Christus das Haupt ist, und jedes Glied dem andern Handreichung thun soll in der Liebe. Darum prüfe sich ein jeder, ob er seine Brüder liebe, wie Christus uns geliebet, und ob er seinen Beleidigern von Herzen vergebe; da⸗ mit wir nicht äußerlich unsere Gemeinschaft mit Christus und den Brüdern feiern, während unser Herz ferne von ihm ist, und wir uns selbst mehr lieben als den Nächsten. Denn wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein, und wenn ihr den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater euere Fehler auch nicht vergeben, spricht unser Herr.

So lasset uns denn, liebe Christen, Gott bitten, daß er uns verleihe, das heilige Abendmahl würdig zu genießen, damit es uns eine kräftige Speise werde für unsere Seelen:

Barmherziger Gott, himmlischer Vater! Wie groß ist deine Liebe, mit der du uns in Christus deinem Sohne geliebet hast. O Herr, wir sind nicht werth aller deiner Barmherzigkeit und Treue, denn wir haben vielfach wider dich gesündigt und deine Gnade gering ge⸗ achtet. Aber wenn wir unsere Sünden bekennen, so bist du treu und gerecht, daß du uns die Sünden vergebest und uns von aller Un⸗ gerechtigkeit reinigest. O so gieb uns jetzt ein rechtes Verlangen nach deiner erbarmenden Liebe, und wecke in uns einen Hunger nach der Gerechtigkeit, die vor dir gilt. Beuge die trotzigen Herzen, und richte die bekümmerten Gemüther wieder auf. Wecke die Sichern aus dem Schlafe der Gleichgültigkeit, und laß dich finden von denen, die dich suchen. Mache uns in der Feier des heiligen Mahles dessen gewiß, daß der Tod des Herrn aller Welt Leben ist, und stärke uns durch dasselbe, daß wir fortan nicht mehr uns selbst leben, sondern dem, der für uns gestorben und auferstanden ist. Und wie du uns deiner Liebe gewiß machst, so wecke auch in uns die Liebe gegen unsere Brü⸗ der, die da langmüthig ist und gütig, die nicht das Ihrige sucht,

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