692 XLX. Die letzten Dinge.
Wer nur den lieben ꝛc. Joh. 16, 33.
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* Prüfung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis.
2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein un⸗ vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu.
3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein Feind, der öfter siegt, als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kum⸗ mer und in Ungeduld.
4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein.
5. Hier such' ich's nur,
Mel.
dort werd' ich's finden; Dort werd' ich, heilig und ver— klärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den un⸗ aussprechlich großen Werth; Den Gott der Liebe werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn.
6. Da wird der Vorsicht heilger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin.
7. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wun⸗ derbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier ge— schah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammen⸗ hang.
8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart, Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cheru⸗ bim und Seraphim Und alle Himmel jaͤuchzen ihm.
9. Da werd' ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren,


