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Gebete in Jeiden. 637
meiner Liebe, mein Gott, am besten; siehe an meine Angst und er⸗ rette mich aus meiner Noth. Herr von unendlichem Erbarmen, er— barme dich unser! Amen.
Gebet in mancherlei Kreuz und Leiden.
O Gott, dessen Barmherzigkeit kein Ende hat, dessen Güte alle Morgen neu wird! Siehe, ich trete vor dein Angesicht und schütte meinen großen Kummer vor dir aus. Mein Elend ist dir bekannt, meine Seele ist betrübt, mein Geist ist geangstet, und schweres Leiden drückt mich. Ich sehe mich um nach Helfern und finde keinen. Dir aber, o Gott, klage ich mein Leiden, denn du bist barmherzig und laͤssest dich unser Elend jammern. Darum komme ich zu dir und spreche: Ach, erbarme dich über mich; ich bin dein Geschöpf, darum wirst du das Werk deiner Hände nicht lassen. Ja, Vater, erbarme dich deines verlassenen Kindes. Mein Jesu, ich bin erkaufet mit dei⸗ nem Blut, erbarme dich deines Eigenthums. Laß deinen Geist das Zeugniß in mein Herz geben, daß ich als ein begnadigtes Kind Gottes leide, und wenn ich im Gebet ermatte, so laß ihn mich vertreten mit unaussprechlichen Seufzern. Herr, bilf mir! Herr, stehe mir bei! Rufe in meine Seele. Ich bin bei dir in der Noth, ich will dich herausreißen. Ach Herr, gib, daß mein Glaube nicht aufhöre und meine Hoffnung nicht sinke. Du hast mich ja noch nie verlassen, ach, so verlaß mich auch jetzt nicht. Hilf deinem Kinde, komm zu mir, nach dir schmachtet mein Herz und Auge! Amen.
Ein anderes Gebet in Kreuz und Noth. Mein Gott! Du führest mich durch das dunkle Thal der Leiden; aber ich will mich nicht fürchten, denn du bist bei mir. Meine Seele sei stille zu dir, und deine Liebe sei mein Trost. Nach deinem weisen Rathe geschieht es, daß wir auch durch Trübsale in dein Reich geführt werden; und du lässest uns nicht umkommen noch verderben, wenn wir dir treu bleiben. O so erhalte mich dir getreu! Wann mich nichts mehr trösten kann, so sei du bei mir und erquicke die müde Seele. Sei du meine Zuflucht, daß ich auch im Leiden deinen Namen preise. Will ich muthlos und verzagt werden, und dünkt mir die Last zu groß, die du mir auflegst, so ermuthige mich durch den Aufblick zu Jesu, der dir gehorsam worden ist bis zum Tod am Kreuze, der auch meine Last getragen hat. Laß mich mit ihm überwinden und geduldig auf die Stunde der Erlösung harren. Läutere mich durch das Feuer der Prüfung, daß ich vor dir bestehe in Treue und Wahrheit. Du wirst mich reichlich trösten, wenn ich mit Christo leide.
Meinest du es doch gut mit mir, wenn du mich demüthigest und deine Hilfe) zu verziehen scheinest. Du willst mich losreißen von der Liebe der Welt, von aller sündigen Lust und meine Seele zu dir ziehen und heiligen. O so laß meine Trübsal dazu gesegnet sein; führe alles hinaus zum Preise deines väterlichen und weisen Rathes. Sind doch die Leiden dieser Zeit nichts gegen die Herrlichkeit, die du einst an uns offenbaren willst. Laß mich geduldig ausharren in der Anfechtung und darin bewaͤhret werden, damit ich die Krone des Lebens empfange, die du verheißen hast denen, die dich über alles lieben, und mit Freuden ernte, was ich mit Thränen gesaͤt habe! Amen.


