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Vor dem heiligen Abendmahl. 273
2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der da mit dem Gnadenhammer Klopft an deine Herzenskammer, Oeffn' ihm bald die Geistespfor⸗ ten, Red' ihn an mit Glaubensworten: Komm, mein Liebster, laß dich küssen, Laß mich deiner nicht mehr missen.
3. Zwar in Kaufung theurer Waaren Pflegt man sonst kein Geld zu sparen: Aber du willt für die Gaben Deiner Huld kein Geld nicht haben, Weil in allen Berg— werksgründen Kein solch' Kleinod ist zu finden, Das die blutgefüllten Schaalen Und dieß Manna kann be⸗ zahlen.
4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte, Ach, wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen, Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten, Daß in diesem Brod und Weine Sich mein HErr mit mir ver— eine.
5. Beide, Lachen und auch Zittern, Fanget an, in mir zu wittern Das Geheimniß dieser Speise; Und die unerforschte Weise Machet, daß ich früh vermerke, HErr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein' Allmacht kann ergründen?
6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, Kann dieß Wunder nicht erreichen, Daß dieß Brod nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gege— ben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur GOttes Geist kann deuten!
7. JEsu, meine Lebenssonne, IEsu, meine Freud' und Wonne, JEsu! du mein ganz Beginnen, Lebens— quell und Licht der Sinnen, Hier fall ich zu deinen Kapff, Communionbuch 18


