382 Anhang. Gebete.
meinen Gott? Ach, du hast mich noch nie ohne Trost von deinem allerheiligsten Angesicht weggehen lassen. Darum höre auch jetzt mein Gebet, vernimm mein Flehen, mein König und mein Gott, und wenn ich rufe, so schweige nicht, sondern erhöre mich.
Von deiner Hand ist mir das Leiden, das ich trage, zugeschickt worden; du kannst mich auch nach deiner Barmherzigkeit wieder davon befteien. Du Herr, Herr, tödtest und machst lebendig, du machst arm und machst reich, du erniedrigst und erhöhest. Du er⸗— hebst den Dürftigen aus dem Staub und erhöhest den Armen. Darum spreche ich im Glauben: Herr, hilf mir; denn du kannst helfen; du bist ja ein allmächtiger Gott. Du willst mir helfen, denn du hast es ja verheißen. Du hast gesagt: Ehe sie rufen, will ich antworten, und wenn sie noch reden, will ich hören; mein Herz bricht mir gegen dich, daß ich mich dein erbarmen muß. Ach, erhöre mich auch! Höre den Seufzer meines Herzens und das wehmüthige Klagen meines Mundes. Jedoch, mein Vater, ich weiß, daß du mich allezeit erhörest, darum will ich dir auch nicht Zeit und Stunde vorschreiben, wann du helfen sollst; ich will gern auf die Stunde warten, die du dir zur Hülfe ausersehen.
Stärke mich indessen durch deinen heiligen Geist. Stärke meinen Glauben, meine Hoffnung, mein Vertrauen. Gieb mir Geduld und Kräfte, mein Leiden zu tragen, und laß mich endlich die Zeit erblicken, da du mich mit deiner Gnade erfreust. Ach, mein Vater, du hast noch Keinen verlassen, verlaß mich auch nicht. Du hast Betrübte allezeit erfreut, erfreue mich auch. Du hast den
Elenden geholfen, hilf mir auch; wann, wie und wo du willst,
das alles sei deiner Weisheit, Liebe, Güte und Gnade hiermit gänzlich heimgestellt. So sei denn wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr thut dir Gutes. Was betrübst du dich, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Amen.
Hen Jesus Christus, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Sieh, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und kehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein Gebet und Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an, und laß mein Seufzen vor dich kommen. Gefällt es dir, mein Erlöser, ist's mir gut und selig, daß ich leben soll, nun so richte mich auf, und hilf, daß es ein neues, gesundes, christ⸗ liches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dir's nicht, daß ich lebe, sondern daß dies mein Ende sein soll, nun, so sei es ein seliges. So tomm, o Herr Jesu, und nimm meine Seele in deine Hände. Amen.
2. Türbitte für einen Rranken.
O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du unsern Odem und unser Leben in deiner Hand hast, du schlägst und heilest,
du ihe Wort rufen, lieben Erden fahte igen und
ist v Schn ihn
göttl du u ‘' 0 abbr und
milde Fried auf deine


