148⁸ X. Lieder⸗
laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Her⸗ berg in dir halten.
Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam ent⸗ gegen, Der da mit dem Gnadenhammer Klopft an deine Herzenskammer. Offn' ihm bald des Geistes Pforten, Red' ihn an mit schönen Worten: Komm, o Herr, laß dich umfassen, Von dir will ich nimmer lassen!
Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott ver— eine.
Beides, Lachen und auch Zittern Lässet sich in mir jetzt wittern. Das Geheimnis dieser Speise Und die un— erforschte Weise Machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke! Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein Allmacht kann ergründen?
Nein, Vernunft, die muß hier weichen, Kann dies Wunder nicht erreichen, Daß dies Brot nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten.
Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen, Laß mich würdig⸗


