Christlicher Wegweiser. 11
neue und schlägt deiner Seele tötliche Wunden. Liebe und übe die Mäßigkeit!
Halte Maß in allen Dingen,
An Leib und Seel' wird's Nutzen bringen!
Wenn du gegen deine eigene Seele barm⸗ herzig bist und sie nicht von den Lüsten des Leibes unterjochen läßt, wirst du auch gegen den Nächsten gern barmherzig sein. Blicke wieder auf das Beispiel des Erlösers. Alle seine Wunder, alle seine Lehren waren leib⸗ liche und geistliche Werke der Barmherzigkeit. Wer ein Jünger Christi ist, hat ein offenes Herz und eine offene Hand zur Linderung des mannigfachen menschlichen Elends. Weit schlimmer als das leibliche Elend ist aber die geistige Not, da die Menschheit immer mehr von Gott sich entfernt und ihr Heil im Ge⸗ nießen sucht.
Wie arm ist doch ein ungläubiger Christ! Selbst seiner unsterblichen Seele will er sich berauben. Man hört jetzt öfter aus gottlosem Munde die schrecklichen Worte:„Es gibt keine Seele.“ Das sagt dieselbe Seele, die man leugnet. Die Seele ist es nämlich, welche aus dem Menschen spricht. Ein unbeseelter Leib kann nicht sprechen. Die Kräfte der Seele sind Verstand und freier Wille. Sie beweisen das Dasein der Seele. Das Tier hat keinen Verstand und keinen freien Willen, weil es keine Seele hat. Der Gottlose, der keine Seele haben will, erniedrigt sich also zum Tier,— um eben ein tierisches Leben führen zu können. Ginge es nach dem Willen dieser Staup so wäre die Erde ein großer
tall!
Selbst Gott im Himmel droben wollen die Lästerer nicht dulden.„Es gibt keinen Gott,“


