Weihnachten 39
3 K.: Warum bist du so sehr schöns Jesulein, veracht't, nichts mit dir bracht, nicht Gut noch
Pracht.
Christk.: Aus lauter Lieb allein.
4 K.: Warum bist du so arm im schöns Jesulein,[Stall, der du bereichst das Welten-All?
Chrstk.: Aus lauter Lieb allein.
5 K.: Für solche Lieb, was mögen schöns Jesulein,(wir, wir Armen, doch hingeben dir?
Chrstk.: Mich wieder liebn allein.
6 K.: So nimm denn hin das lieb Jesulein;(Herze mein, du sollst es haben ganz allein.
Chrstk.: So seid ihr alle mein?
K.: O liebstes Jesulein,
wir wolln dein eigen sein. 1850
Weise: Vom Himmel hoch, da komm ich her Wir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnaden⸗
quell,
du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn.
2 Wir singen dir in deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast.
3 Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht,
dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar.
4„Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!“
5 Nun du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch
bloß.
6 Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid, bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht.
7 Du bist der süße Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind, Herodes Heer hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil.
8 Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will.
9 Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an.
10 Und bin ich gleich der Sünden ö voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr.


