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Gesangbuch für die Evangelisch-reformierte Kirche der deutschen Schweiz : [nebst] Anhang [...] / bearb. für den Kanton Schaffhausen
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Geschichte der Passion. 47

Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszulassen? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesus heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euern König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser.

Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin un⸗ schuldig an dem Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu! Da ant⸗ wortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsre Kinder! Da gab er ihnen Barabbas los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen worden, um welchen sie baten. Jesus aber übergab er ihrem Willen, daß er gekreuzigt würde.

Lied Nr. 122, 2. 3; oder Nr. 113, 4. 5.

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