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Gesangbuch für die Evangelisch-reformierte Kirche der deutschen Schweiz : [nebst] Anhang [...] / bearb. für den Kanton Schaffhausen
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Geschichte der Passion. 45

sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie ein⸗ ander feind. ö

Pilatus aber rief die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhört und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldigt; Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen.

Lied Nr. 143, 2. 3; oder Nr. 93, 3. 4.

12. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Ge⸗ wohnheit dem Volk einen Gefangenen losgeben, welchen sie be⸗ gehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas. Derselbe war um des Aufruhrs willen, so in der Stadt geschah, und um eines Mordes willen ins Gefängniß geworfen. Und das Volk gieng hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie ver⸗ sammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habt eine Ge⸗ wohnheit, daß ich euch einen losgebe. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus, der König der Juden? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.

Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinet⸗ wegen. Aber die Hohenpriester und Aeltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesus umbrächten. Da sprach der Landpfleger zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie