Geschichte der Passion. 39
und der Hohenpriester und Pharisäer Diener. Die kamen mit Fackeln und Lampen, mit Schwertern und mit Stangen, und Judas gieng vor ihnen her. Als nun Jesus wußte Alles, was ihm begegnen sollte, gieng er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten: Jesus von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bins! Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins! wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesus von Nazareth. Jesus ant⸗ wortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen.
Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den greifet und führet ihn gewiß. Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, Rabbi! und küßte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Judas, ver⸗ räthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesus und griffen ihn.
5. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer aus ihnen, Simon Petrus, hatte ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber sprach: Laßt sie doch so ferne machen! und rührte sein Ohr an und heilte ihn. Zu Petrus aber sprach er: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zu⸗ schickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also gehen.


