Die Dichter unserer Lieder 58³3
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du den religiösen Liedern der alten Zeit
Das sind Lieder, die das deutsche Volk mit Vorliebe noch heute lingt. Die Dichter sind vergessen. Die älteste Sorm von Wort und Weise ist ebenso wie die Entstehungszeit unbekannt. Die hier an⸗ gegebene Zeit ist nicht die der Entstehung, sondern die der frühesten Nachweisbarkeit; sie können beträchtlich älter sein.
Es ist ein Nos entsprungen. Ursprünglich ein Marienlied. Die„Ros“ ist Maria, das„Blümlein“ das Fesuskind. In unzäh⸗ ligen weltlichen und religiösen Liedern bedeutet die Nose, auch der Rosenstock und der Rosengarten, die jungfräuliche Unberührt⸗ heit. Es ist darum nicht richtig, Ros in Reis umzuändern.
Gelobet seist du Fesus Cheilt. Altester Fund in nieder⸗ deutscher Sprache eine Handschrift aus der Züneburger HZeide. Das Lied ist eine Leise, d. h., es schliest mit dem alten Nuf „Korieleis“, der auch in Liedern vorkam, die auf Seefahrten und in Schlachten gesungen wurden.
Nun linget und seid froh. Zuerst von den Mönchen als Lied der geistlichen Marien⸗ und Fesusminne, dann vom Volke als Meihnachtslied gesungen. Es ist ein Mischlied mit abwechselnd lateinischen und deutschen Zeilen. Rein deutsch erst 1646.
vom Himmel hoch da komm ich her. Luther hat die erste Strophe dieses Liedes, das die Engelsbotschaft umschreibt, fast wörtlich dem immer gleichen Anfang der Lieder der fahrenden Sänger entnommen, die unter der Dorflinde den Leuten die Begebenheiten aus der Welt erzählten:„Aus fremden Landen komm ich her und bring euch viel der neuen Mär“. Luther hatte auch, bis er seine eigene Weise fand, die Singweise des alten Spielmannsliedes übernommen.
Christ ist erltanden von der Marter alle. Schließt eben⸗ falls mit dem Ruf„Kurieleis“. Wurde besonders bei der Zere⸗ monie des Anzündens der geweihten Osterkerzen angestimmt. Die zweite Strophe kam 1551 dazu.
Nun bitten wir den heiligen Geist. Luther gab dem Lied an den heiligen Geist seinen Platz in der sonntäglichen deutschen Messe nach der Verlesung der Epistel. Auch dieses Lied hat sei⸗ nen starken, tragenden Schluß im Kyrieleis.
Lieder, bei denen der Verfasser nicht mehr zu ermitteln ist, tragen als Angabe über die Herkunft Titel und Erscheinungssahr der Sammlung, in welcher sie herausgebracht wurden. Nur bei ganz wenigen der ältesten Lieder fehlen auch diese Angaben.
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