Erde in Gottes Hand 39
3. Die Lerche schwingt sich in die CLuft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Perg, Hügel, Tal und Felder.
4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen.
5. Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise. Des süßen Wein⸗ stocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise.
6. Oer Weizen wächset mit Gewalt, darüber sauchzet sung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte.
7. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen. Ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.
8. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum und laß mich Wurzel treiben. Verleihe, daß zu deinem Kuhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben.
9. Erwähle mich zum Paradeis, und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1607-16 6
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