22 Lobgesang
2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Vauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht; ach wär ein seder Puls ein DOank und jeder Odem ein Gesang!
3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschüfte zu Gottes, meines Herren, Preis; mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herzinniglich!
4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräser in den Feldern, ihr Blumen laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein, und stimmet lieblich mit mir ein!
5. Ich hab es sa mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr.
6. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Cobe stehn! Wie sollt ich auch im tiefsten Ceiden nicht triumphierend einhergehn! Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein! Johann Mentzer, 1658-734


