Lob und Dank.
Gibt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmels⸗ pfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.
5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohlbedacht; Will dem Leibe Not entstehen, Nimmt er's gleichfalls wohl in acht.
Wenn mein Können, mein Ver⸗ mögen
Nichts vermag, nichts helfen ann
Kommt mein Gott und hebt mir an
Sein Vermögen beizulegen.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.
6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt: Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält, Tier' und Kräuter und Getreide; In den Gründen, in der Höh, 110 den Büschen, in der See, ÜIberall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit Gottes Lieb in Ewigkeit.
˙
—.4
7. Wenn ich schlafe, wacht ein Sorgen
Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich jeden lieben Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär' ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.
8. Wie ein Vater seinem Kinde
Niemals ganz sein Herz ent⸗ zeucht,
Ob es gleich bisweilen Sünde
Tut und von dem Pfade weicht,
Also hält auch mein Verbrechen
Mir mein frommer Gott zu gut,
Will mein Fehlen mit der Rut
Und nicht mit dem Schwerte rächen.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.
9. Seine Strafen, seine
chläge,
Ob es mir gleich bitter scheint,
Sind, wenn ich es recht erwäge,
Dennoch Zeichen, daß mein
Freund,
Der mich liebet, mein gedenke
Und mich von der schnöden Welt,
Die uns hart gefangen hält,
Durch die Trübsal zu sich lenke.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.


