6. Meßgesang
Bechster Meßgesang.
Vorbereitungsgebet.
O mein Gott, ich will jetzt beiwohnen dem heilig⸗ sten Opfer, das dein Sohn Jesus Christus, unser Herr und Heiland, am Kreuze vollbracht hat und nun durch den Priester aufs neue unblutigerweise dir darbringt. In Andacht will ich dabei an den Tod meines Erlösers und seine große Liebe denken, damit ich mehr und mehr von heiliger, göttlicher Liebe erfüllt und mein Herz und mein Leben dir, o Gott, ein wohlgefälliges Opfer werde. Ich hebe meine Augen zum Altar; aber ich muß sie niederschlagen, wenn ich vor dir, o allwissender und allheiliger Gott, meiner Schwachheit und Sündhaftigkeit ge⸗ denke. Ich klopfe deshalb reumütig an meine Tties⸗ und bekenne meine Schuld; ich seufze aus dem tief⸗ sten Grunde meiner Seele: Erbarme dich meiner, o Gott, erbarme dich meiner! Verzeihe, o bester Vater. deinem Kinde, das sich ernstlich bessern will. Erbarme dich meiner! Vater unser ꝛc.
1. Ich will dich lieben, meine Stärke,“ ich will
dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit
dem Werke und immerwährender Begier; ich
will dich lieben, süßes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht.
2. Ach, daß ich dich so spät erkannte‚, du hoch⸗ gelobte Schönheit du, nicht eher dich mein eigen nannte, du höchstes Gut, du wahre Ruh'! In tiefster Seel' bin ich betrübt,“ daß ich dich, Gott, so spät geliebt.
3. Ich ging verirrt und war verblendet, ich suchte Ruh' und fand sie nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffene Licht;


