Druckschrift 
Gotteslob : Gebet- und Gesangbuch / Hrsg.: Apostolische Administratur. [Holzschnitt und Federzeichnungen von Roswitha Bitterlich]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Weihe des Lebens 6⁰¹

Fehler der einen werden durch Gebet, Opfer und Sühne der andern wieder gutgemacht. Wie gut, wenn ein Glied diese Aufgaͤbe der stell⸗ vertretenden Sühne und Liebe erkannt hat(sorgengequälte Eltern, kranke Angehörige z. B.).

Elterngebete lassen sich aus der Andacht Nr. 232 entnehmen. Einführung in das Geheimnis der Lebensentstehung. Pius XII.: Ihr werdet nicht verfehlen, die Gelegenheit und den Augenblick zu er⸗ forschen und zu unterscheiden, in dem gewisse heimliche Fragen im Geiste der Kinder auftauchen. Dann wird es der Mutter Sache sein für die Töchter, die der Väter für die Söhne, ihnen soweit nötig in vorsich⸗ tiger, zarter Weise kluge, richtige und christliche Antworten zu geben. Diese Belehrungen über die geheimnisvollen und wunderbaren Gesetze des Lebens werden mit Ehrfurcht und Dankbarkeit angehört, und die Aufklärung hierüber wird mit viel weniger Gefahr verbunden sein, als wenn die Kinder sie auf gut Glück kennengelernt hätten(durch geheime Lektüre, Unterredungen, Kameraden). Die Elternstunde durch den Seelsorger wird hierin Hilfe sein.

Begegnung mit dem Heiligsten

Alles Erste bleibt im Kinde ewig, darum Mitarbeit der Eltern beim ersten Empfang der Sakramente(Beichte, Kommunion, Fir⸗ mung). Am Benehmen und Beten der Eltern wird das Kind gewahr, daß es hier um Großes, Heiliges geht. Darum zeigen die Eltern freudiges Interesse, beten beim Familiengebet mit den Kindern für den Kommuni⸗ kanten, Firmling. Die Mutter ergänzt durch Fragen und Erzählung den Unterricht des Priesters. Vor dem Kirchgang noch einmal ein eindringliches Elternwort, Segnung mit Weihwasser, bei der Heimkehr freudige Auf⸗ nahme, festtäglicher Tisch, tagsüber Fröhlichkeit ohne Ausgelassenheit, abends ein dankesfrohes Abendgebet mit besonderem Segen der Eltern.

Es wird heilige Kinder geben! Pius X.

Erstbeicht: Mit der Gewissensbildung soll die Mutter schon in den ersten Kinderjahren beginnen, indem sie ihr Kind zu frohem Gott dienen anhält. Sie hüte sich vor Ubertreibungen und Drohungen mit Sünde und Strafen(3. B. Hölle), wecke vielmehr frohe Glaubens⸗ gedanken(Vatergott, Christusliebe, Gemeinschaft mit der frohen Schar der Engel und Heiligen) und führe so ihr Kind zu einem gewissenhaften Wandel, frei von aller Angstlichkeit. Bei Verfehlungen und Unartigkeiten weist sie auf die Quelle hin(warum hast du dein Brüderlein geschlagen? Aus Reid, Zorn? u. a.), erweckt in freigewählten Worten mit ihm Reue (Beweggründe: Undank gegen den Vater im Himmel, gegen den Hei⸗ land u. ä.), zeigt praktische Einzelvorsätze(nicht bloß allgemein: ich will nisch bessern!). Besonders in den letzten Wochen vor der Erstbeicht pflege die Mutter mit dem Kinde allabendlich Gewissenserforschung und Reue. Niemals darf die Mutter vom Kinde verlangen, daß es ihr die Sünden sage. Das Hind soll wissen, daß die Beichte eine Sache jwi⸗