Eur Einkührung
Vorliegendes Gebet⸗ und Gesangbuch will die Pfarrgemeinde zu lebendigem, sinnvollem Gottesdienst, zu würdigem Gotteslob führen. Für die Gestaltung waren folgende Gedanken grundlegend:
1. Herausstellung der zentralen Heilswahrheiten. Dem entspricht der Aufbau. Dem Kirchenjahr folgend werden die jeweils vordringlichen Glaubensgeheimnisse in Lied, Vesper und Volks⸗ andacht betont. Der Ring des Kirchenjahres schließt mit drei Ab⸗ schnitten, die den Gehalt der liturgisch weniger streng geformten Zeit von Pfingsten bis Advent stärker hervorheben: das Gottesreich, seine Kräfte und Aufgaben; die christliche Hoffnung auf die Wieder⸗ kunft des Herrn; die Gemeinschaft der Heiligen mit dem Christ⸗ könig als Haupt. Den trostreichen Endzeitgedanken wurde im Sinne der altkirchlichen Liturgie und der heutigen Meßformulare schon vom Iun Nachpfingstsonntag an Raum gegeben, um sie in Verbindung
it der Symbolik der Ernte und des Herbstes dem Volke nahe⸗ zubringen. Marien⸗, Heiligenandachten mit Liedern sind in die kirch⸗ lichen Jahresteile sinngemaͤß eingeordnet und gewinnen in dieser Zu⸗ sammenschau mit den Grunddogmen neue Bedeutung; dasselbe gilt
von einzelnen bisher in Sonderteilen geführten Andachten(3. B. Beichtandacht).
2. Dienst am Wort der Schrift. Dem dienen die deutschen Vespern mit der fortlaufenden Schriftlesung als Kernstück an Stelle des gekürzten Capitulums von heute. Psalmen, Hymnus, Magnifikat bilden den Rahmen der Lesung und sind daher in freier
Anpassung an die lateinische Vesper geformt. Aus den Psalmen
wurden jene gewählt, die wegen ihrer verständlichen, auch den heutigen
Menschen ansprechenden Art Besitz der Gläubigen werden könnten. Die rhythmische Ubertragung, nach besten, neuzeitlichen Ubersetzun⸗ Rer⸗ erarbeitet, versucht über die alttestamentlichen Vorbilder hinaus
eren christliche Erfüllung zu erschließen.
A 3. Berücksichtigung der liturgischen Stilgesetze. Dem gemeinschaftlichen Gebet wird die gebührende Stellung zugewiesen, „das Hören des Wortes gegenüber dem Mitlesen bevorzugt. Gebete, ie der Priester allein spricht(z. B. altbekannte Kreuzwege) sollen Aspäter mit den Schriftlesungen für die Andachten und dem Noten⸗ material für die Vorsänger in einem eigenen„Vorbetbuch“ er⸗ scheinen. Gebet und Lied sind, entgegen der gebräuchlichen Schei⸗ dung von Gebet⸗ und Liedteil, organisch verbunden. Das Lied wird vom Choral her gewertet als Dienst am Wort: Atempausen, ver⸗ ständnisvolle Gliederung des Textes sind ebenso wichtig als die der Melodie. Daher wurde auf mechanisch durch alle Strophen gleich bleibende Atemzeichen in der Notierung verzichtet, dagegen öfters die unterlegten Texte mit Bindebogen versehen. Für das Meßopfer, den Höhepunkt aller Liturgie, wurde eine strengere Auswahl von Liedern nach Text und Melodie getroffen und diese von den meist volkstüm⸗


