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Credo : katholisches Gebet- und Gesangbuch für höhere Schulen / hrsg. im Auftr. des Vereines der Katholischen Religionslehrer an den Mittelpunktschulen Österreichs. [Hrsg. von Meinrad Langhammer]
Entstehung
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Das religiöse Leben der katholischen Jugend

ungekünstelt und natürlich. Der junge Katholik macht die Übungen des religiösen Lebens nicht von Laune und Stimmung abhängig. Er betet aus Herzensbedürfnis und Pflicht⸗ bewußtsein. Im Mittelpunkte seines religiösen Lebens steht das eucharistische Opfer. Mitfeier des Meßopfers an Sonn⸗ und Feiertagen ist ihm eine Selbstverständlichkeit. Er besucht auch an Wochentagen das Gotteshaus, wenigstens um den eucharistischen Heiland anzubeten.

Der junge Katholik will auch ein Bekenner sein. Er beteiligt sich daher furchtlos an öffentlichen Kundgebungen des katholischen Glaubens. Er weiß ja, wie sehr es heute gerade auf das gute Beispiel an⸗ kommt.

Er beschränkt seine Religiosität nicht auf Gebet und Sakramenten⸗ empfang, sondern beurteilt sein ganzes Leben und Wirken, selbst Spiel und Sport, vom Standpunkt seiner Weltanschauung.

Religion ist ihm Leben.In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.

Was ist Religion anders als ein Zustand, und was ist ein Zustand anders als eine Verhaltungsweise der Seele, die allezeit an ihr ist wie ein tägliches Kleid? Ein Mensch kann nicht eine Stunde religiös sein und die nächste unreligiös. Ein Mensch, der religiös ist, ist es des Morgens so gut wie des Mittags und des Abends. Seine Religiosität ist eine Form, in die alle seine Gedanken, Worte und Werke gegossen werden, so daß

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