Vorrede Zun dritten Zusgabe.
och ist kein volles Jahr dahingeschwun⸗ . den, seitdem vorliegendes Gesangbuch in zweiter vielfach veränderter Auflage er⸗ schienen war. Nun ist im Laufe dieser kurzen Zeit schon eine neue nöthig gewor⸗ den. Da aus diesem schnellen und bedeu⸗ tenden Absatze zu schließen, daß das Buch entspreche, so erscheint es dießmal, mit Ausnahme etwelcher in der vorigen Auflage einge⸗ schlichenen Druckfehler, in unverändertem Inhalte.
Wie bekannt wurde der Volksgesang beim Gottes⸗ dienste schon im alten Bunde von den Königen David und Salomon angeordnet. Von dieser frommen Sitte ließen auch die ersten Christen nicht ab, die Mahnung des hei⸗ ligen Apostels Paulus befolgend:„Erbauet einander durch Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder.“
Mit der Ausbreitung der christlichen Kirche, und be⸗ sonders seit ihrem Siege über das Heidenthum bildete sich der katholische Kirchengesang immer mehr aus. Nachdem im Laufe der Zeit Deutschland sich ebenfalls zum Christen⸗ thume bekehrt hatte, so entstanden allmählich geistliche Lieder auch in deutscher Sprache. Solche sang das Volk Jahrhunderte hindurch bei seinen Bittgängen und Wall⸗ fahrten, im Getümmel der Schlacht und ähnlichen Todes⸗ gefahren, bei seinen Kreuzzügen und bei andern Anlässen in und außer der Kirche.


