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Erste Abtheilung.
6. Ja, du bist ewig, stirbest, nie, Bleibst ewig meiner seele Der sels, den sterbend ich für sie Zur sichern zuflucht wähle. Denn deine gnad und wahrheit ist So ewig als du selber bist: Heil mir, daß ich dir traue!
7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrheit ist, ver⸗ heißt, Er soll dein antlitz schauen. Mein fleisch ruht auch nur kurze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken.
8. Wenn alles um mich her ver⸗ geht, Soll ich doch nicht vergehen; Vor deinem thron, der ewig steht,
an allem deinem heil, Gott, deinen wahren freunden theil: Auch mir, gewiß mit ihnen!
9. Einst fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten.
Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O gott, mit ernst bedenken! Sie sey mein trost, mein höchstes guth, sie stär⸗
vecht vor dir zu leben!
Soll ich auch ewig stehen. Du giebst
2. Allwissenheit Gottes. deutlich dar, Das, was erst noch
Mel. Ehrist, unser herr, zum jord.ꝛc.
Üwissender vollkommner I4. A geist! Deß auge alles sie⸗
het, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entzie⸗ het; Es kann vor deinem hellenlicht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, Und vor gericht zu bringen.
2. Selbst die gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen. Vor dir ist alles offenbar; Du prüfest herz und nie⸗ ren, Und alle gründe siehst du klar, Die unser thun regieren; Nichts bleibt vor dir verborgen.
3. Was deiner freunde herz begehrt Das weißt du, eh' sie beten, Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. K. Was nach verfließung vieler zeit, Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als gegen— wärtig stehen. Dir stellt sich alles
soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf
5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt ver⸗ schwiegen: So wird dein auge künf⸗ tig doch Die finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im ver⸗ borgnen jetzt geschicht, Und schande,‚ furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen.
6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen, Das nie kein heuchler hintergeht Mit fal⸗— schen schmeicheleien. Durchdringe kräftig seel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden.
Mel. O gott, du frommer gott. 15 ODit du erforschest mich,
Dir bin ich unverborgenz3 Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh' der gedanke noch In meiner seel' entstand.
2. Nie spricht mein mund ein wort, Das
10. Der seligen unsterblichkeit,
ke mich mit kraft und muth; Ges
erden. Wer sollte dich nicht fürchten?—
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