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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902 : [nebst] Lektionar [und] Ordnung des Hauptgottesdienstes an den Sonn- und Festtagen
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Gebete.

gung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurig⸗ keit zu sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Ebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jak. 1, 12.)

Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Ebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.)

Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genü⸗ gen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens ge⸗ ben.(Offenb. 2, 10.)

Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1. Petr. 5, 611. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 29. Psalm 91. Klagelieder 3, 2242. Röm. 8, 1827. Röm. 8, 2839. 1. Petr. 1, 39. Psalm 126. Offenb. 7, 917.

18. Morgengebet eines Kranken.

O du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen kranken Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das er⸗ quickende Tageslicht wieder hast sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergib mir alle meine Sünde, erneure, vermehre deine Liebe und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhö⸗ ren die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben und durch die siegreiche Auferstehung