Gebete.
wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Prasseln dei⸗ nes Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Ver⸗ folge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoff⸗ nung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorübergehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mö⸗
gen. Amen. 10. Bei Sturm und Wallerfluten.
Allmächtiger, großer und starker Gott, der du Himmel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daherrauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergib uns unsere Sünden und Missetat, unn unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, be⸗ wache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wol⸗ ken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluten ein Ende und tu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und eraquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer


